Der BJB-Bezirksverband Unterfranken richtete am Dienstag, 13. Januar in Marktbreit gemeinsam mit den unterfränkischen Landwirtschaftsämtern, der Regierung von Unterfranken, dem BBV-Bezirksverband Unterfranken und dem Verband zur landwirtschaftlichen Fachbildung in Unterfranken einen bezirksweiten Unternehmertag zum Thema „Direktsaat – Zukunft gestalten im Pflanzenbau“ aus.
Die über 80 Teilnehmenden wurden zu Beginn von Dr. Joachim Liebler (Regierung Unterfranken) über die Wichtigkeit der Bodenchemie informiert. Mit dem Pflugverzicht verschwinden nicht die Aufgaben, so Liebler. Zudem sollte keine Bodenuntersuchung ohne Bestimmung des Magnesiumgehaltes durchgeführt werden, wies er die Landwirtinnen und Landwirte auf einen wichtigen Punkt hin.
Praktiker Egid Hennig aus Richelbach (Landkreis Miltenberg) berichtete von seinen Erfahrungen aus neun Jahren Direktsaat. „Hummusaufbau, das ist unsere Aufgabe“, ist der Landwirt aus der Grenzregion zu Hessen überzeugt. Er stellte hervor, dass Veränderungen in der betrieblichen Herangehensweise Mut und innere Motivation bedürfen. Zudem sei der Austausch mit Berufskollegen ein weiterer Baustein, das habe ihm damals geholfen.
Aus Birkenfeld stellte Hannes Niedermüller im Anschluss seine Studienarbeit zum Thema „Wie konservierende Landwirtschaft Vorteile erntet“ vor, die er als Abschlussarbeit an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Zusammenarbeit mit 17 Betrieben deutschlandweit erstellte. Bei gleichbleibenden Erträgen wurden beispielsweise die Stickstoffrückstände um 15% reduziert sowie ungefähr 70% Diesel und einiges an Arbeitszeit eingespart.
Susanne Reichert aus Pfarrweisach im Landkreis Haßberge teilte ihre Erfahrungen mit der Bodenbearbeitung durch Direktsaat. Direktsaat sei ein Prozess, der eine gewisse Zeit brauche, so die Praktikerin, die zugleich Vorsitzende im Maschinenring Haßgau ist.
Zum Abschluss des Unternehmertages berichtete Landwirt Karl Eduard Milla aus Brasilien per Onlinevideo über die Perspektiven der brasilianischen Landwirtschaft. Seit Betrieb baut auf fast 44.000 Hektar als Hauptkultur Soja an, dazu kommen Mais, Gerste, Bohnen und Baumwolle. Dimensionen, die die anwesenden Berufskolleginnen und -kollegen so nicht kannten.
