Junge Interessierte besichtigen Naturland-Betrieb „Kartoffelkombinat“ in Spielberg bei München
Zusammen mit der Bayerischen Jungbauernschaft, dem Jungen Bioland und der Nachwuchsorganisation Naturland Next Farmers hatten die Bayerischen Junggärtner am 27. August 2026 eingeladen: „Betriebe anschauen interessiert uns alle. Und als junge Leute in Gartenbau und Landwirtschaft haben wir an vielen Stellen ähnliche Herausforderungen. Daher liegt es nahe, dass wir uns für Veranstaltungen zusammentun.“
Das Kartoffelkombinat ist Deutschlands größte Solidarische Landwirtschaft: Rund 2400 Münchner Haushalte werden wöchentlich mit dem Bio-Gemüse aus Spielberg versorgt. Das bedeutet einen enormen planerischen Aufwand im Anbau – und nur geringe Möglichkeiten zur Spezialisierung. „Wir bauen über 50 verschiedene Sorten im Freiland und im geschützten Anbau an. Spezialisierte Maschinen sind da nicht drin, wir müssen in gewisser Weise alles können“, so Betriebsleiter Benny Schöpf. Rund 25% des Gemüses, vor allem Lagerware kauft der Betrieb von langjährigen Partnerbetrieben zu.
30ha Fläche bewirtschaftet der Betrieb, 3000qm davon unter Glas. Nur 3ha sind – anders als der Name vermuten lässt – Kartoffelacker, der Rest sämtliches Feldgemüse. Bio heißt, dem Boden auch immer wieder eine Pause zu gönnen und Bodenfruchtbarkeit und Diversität in der Landschaft Raum zu geben. „Auf über der Hälfte säen wir rotierend Kleegras und Gründüngung ein und legen Blühstreifen an“, so Benny Schöpf. Und Gärtnern ist zu einem großen Teil Erfahrung. „Mittlerweile sind wir beim Unkraut wirklich gut, müssen also selten per Hand hacken und jäten“, erzählt er, „wir arbeiten also maximal effizient.“
Benny Schöpf ist seit der Startphase des Kartoffelkombinat 2012 mit dabei. 2024 wurde er mit dem EU Organic Award ausgezeichnet, als „Bester Bio-Landwirt“. Das Kartoffelkombinat, insbesondere der Anbau, ist keine One-Man-Show. Insgesamt hat das Kartoffelkombinat 40 Mitarbeitende, 13 davon arbeiten in der Gärtnerei, alle sind festangestellt und der Großteil arbeitet maximal vier Tage/Woche.
Der Rundgang führt die Gruppe durch die Gewächshäuser, die Packhalle, über Gemüseäcker und vorbei an dem ganz frisch gebauten Bewässerungsteich mit dem eindrucksvollen Volumen für 5000 Kubikmeter Wasser.
Beim anschließenden Biergartenbesuch werden die Eindrücke noch besprochen. Alle Teilnehmenden hatten vom Kartoffelkombinat schon gehört – jetzt eine so exklusive Führung zu bekommen, war für alle spannend.
Teresa Lukaschik, Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V.; Junggärtner; Bayerische Jungbauernschaft

