Zukunft Landwirtschaft – Weitblick entwickeln

  • 4. Dezember 2019

Grainauer Junglandwirtetagung 2019 – Matthias Högl im Amt des agrarpolitischen Arbeitskreissprechers bestätigt

Traditionell am ersten Adventswochenende tagten die Mitglieder der Bayerischen Jungbauernschaft vom 29. November bis 01. Dezember im Seminarhaus Grainau. Zum Thema „Zukunft Landwirtschaft – Weitblick entwickeln“ bot der Arbeitskreis Agrarpolitik (kurz AK II genannt) ein buntes Seminarprogramm an, das sich aus unterschiedlichen Zukunftsperspektiven für Junglandwirte zusammensetzte.

Rund 40 Junglandwirtinnen und Junglandwirte aus ganz Bayern beschäftigten sich vergangenes Wochenende mit Themen, die derzeit und zukünftig im Bereich Landwirtschaft an Bedeutung gewinnen.

Zukunftsfähige, nachhaltige und enkelfitte Landwirtschaft

Beim politischen Couchgespräch am Sonntag verbalisierten Nicole Bauer, MdB (FDP) und Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, MdL (CSU) ihre Vorstellungen über die Zukunft der Landwirtschaft. Nicole Bauer, die selbst durch ihre Großeltern und Eltern landwirtschaftliche Wurzeln hat, machte deutlich, dass ihr vor allem die Formulierung einer langfristigen Strategie für die Landwirtschaft in Deutschland am Herzen liege. Sie betonte, dass sie sich dafür einsetze, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Beruf „Landwirt“ auch für kommende Generationen attraktiv machen würden. An den Minister Bernd Sibler trug Arbeitskreissprecher Matthias Högl eine Aufforderung und Bitte heran: „Andere Sektoren und Branchen können mit neuesten Technologien punkten und erfahren Anerkennung und Bewunderung für ihre Innovationen. In der Landwirtschaft werden Neuerungen oftmals sehr kritisch bewertet und gesellschaftlich nicht akzeptiert. Die Wissenschaft ist hier gefordert die Chancen und Vorteile deutlicher in den Fokus zu rücken.“ Im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Akzeptanz einer modernen Landwirtschaft forderte Bernd Sibler die Junglandwirte auf, innerhalb ihres Berufsstandes zusammenzuhalten. Innerhalb einer ohnehin kleiner werdenden Interessensgruppe sei es wichtig, so der Wissenschaftsminister, gemeinsame Wünsche und Ziele zu formulieren, um wahrgenommen zu werden und durchsetzungsfähig zu sein.

Im Gespräch mit dem bayerischen Wissenschaftsminister Bernd Sibler (links) und Nicole Bauer, Bundestagsabgeordnete der FDP (mittig).

Zukunft Landwirtschaft – Herausforderungen und Lösungen

Bei der Auswahl der Referenten für den Seminartag am Samstag setzte der Arbeitskreis sich das Ziel neue Geschäftsideen und Ausrichtungen der Landwirtschaft vorzustellen, die unkonventionell, nicht alltäglich, aber durchaus interessant für die teilnehmenden Junglandwirte und Betriebsleiter sein könnten.

Wolfgang Abler, Gründer der CarboCert GmbH stellte bei seinem Vortrag den Humusaufbau in den Vordergrund. Hinsichtlich zunehmender Extremwetterlagen, wie Dürre oder Starkregenereignisse, sei es wichtig, die Böden darauf vorzubereiten. Mit einem hohen Humusgehalt können Böden mehr Wasser speichern und Niederschläge schneller aufnehmen, so der Landwirtschaftsmeister. Humusreiche Böden speichern außerdem mehr CO² als humusarme. Mit seinem Geschäftsmodell bildet er das Bindeglied zwischen Unternehmen, die CO² emittieren und ihren Ausstoß kompensieren wollen und Landwirten, die durch den Aufbau des Humusgehaltes in ihren Böden CO² binden.

Seit Einführung der neuen Düngeverordnung und deren Verschärfung wird die Gülleausbringung zunehmend zur Herausforderung für Landwirte. Clemens und Christof Maier von der Firma Biogastechnik Süd stellten hierzu ihre Verfahren zur Gülleaufbereitung und Gärresteverdampfung vor.

Gregor Schmidt von der LfL, Bayerischer Landesanstalt für Landwirtschaft referierte über verschiedene Aquakulturverfahren in landwirtschaftlichen Betrieben und zeigte den Junglandwirten anhand von Praxisbeispielen und Rentabilitätsrechnungen welche Aquakulturen für sie und ihre Betriebe interessant sein könnten. Dabei nannte er Beispiele, wie die die Crusta Nova GmbH, eine Shrimpszuchtanlage in München oder die ECF Farm in Berlin, die mit einem ressourcenschonenden Kreislaufsystem, das sich „Aquaponik“ nennt. Hierbei werden die Fischausscheidungen als Dünger für Pflanzen genutzt.

Marion Lang von der Kulturlandstiftung stellte am Abend einige Projekte des Bereiches Naturschutz und Kompensationsmanagement vor und ging auch auf Ökokonto und Ökopunkte ein.

Matthias Högl bleibt Sprecher des Arbeitskreises Agrarpolitik

Im Rahmen der Neuwahlen der Arbeitskreismitglieder auf Landesebene bestätigten die anwesenden Wahlberechtigten Matthias Högl im Amt des Arbeitskreissprechers. Neben ihm wählte die Versammlung vier Stellvertreter. Anne-Kathrin Meister, Jakob Zwingel und Maximilian Bachner bleiben im Arbeitskreis. Ruth-Maria Frech legte ihr Amt als Stellvertreterin nieder. An ihre Stelle rückte Julia Giehrl. Da sich auch Magdalena Eisenmann zur Wahl stellte, beschloss die Versammlung sie als kooptiertes Mitglied im Arbeitskreis aufzunehmen.

v.li.n.re. Julia Giehrl, Jakob Zwingel, Magdalena Eisenmann, Matthias Högl, Anne-Kathrin Meister, Maximilian Bachner

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