Vom einzelnen Halm zur gebundenen Erntekrone. Landjugend-Bezirksverband Oberfranken veranstaltete Erntekronenbindeseminar

  • 12. September 2017

Schon lange trug sich die Bezirksvorstandschaft mit dem Gedanken mal wieder ein Erntekronenbindeseminar anzubieten. Früher wurde die Erntekrone nach dem Kornschnitt mit der letzten Erntefuhre den Gutsherren feierlich mit kirchlicher Segnung, Erntelied und anschließenden Essen und Tanz überbracht. Auch heutzutage werden immer noch Erntekronen übergeben. Mit der Bewerbung zur Übergabe der Erntekrone im Bundesministerium für Frauen, Senioren, Familie und Jugend heuer im September war dann auch die Gelegenheit dazu gekommen.

Für Samstag, den 2.9.2017 waren alle Untergliederungen der Bayerischen Jungbauernschaft in Oberfranken eingeladen, sich mit dem Erntekronebinden zu beschäftigen. Der Einladung gefolgt waren die Landjugend Schwarzenbach, Großlosnitz, Neudorf, Gefrees und Zedtwitz. Als Referent konnten wir Maikel (Marco Friedlein, Sprecher des Arbeitskreises Volkstanz und Brauchtumspflege) sowie Katrin Ott (2. stellvertr. Bezirksvorsitzende) mit ihrem Wissen gewinnen.

Dank unserem Bezirksvorsitzenden Stefan Walther hatte die 15-köpfige Gruppe auch genug Getreide zum Üben. Es wurde mit Getreide gebunden, das auch sonst für Erntekronen verwendet wird: Hafer, Sommergerste, Weizen und Triticale.
Beim Binden spielen nicht nur die Sorten eine Rolle, sondern auch der Zustand des Getreides. Es darf weder grün, noch brandig sein. Wird zu früh geschnitten, hat das Getreide oft noch grüne Grannen, wird es wiederum in einem zu reifen Zustand geschnitten, knicken die Ähren. Die Spreu vom Weizen zu trennen, also hässliches Getreide auszusortieren fiehl den TeilnehmerInenn recht schwer. Die Halme dürfen  nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz sein, ansonsten halten die Ähren im Bündel nicht. Es werden ca. 5 Ähren gebüschelt und auf 6,5cm zugeschnitten. Als Bindematerial verwendet man Garn oder Draht. Die verschiedenen Getreidesorten weisen auch beim Binden unterschiedliche Eigenschaften auf. Hafer ist beim Binden nicht sehr zeitaufwendig. Bei Gerste muss vor allem darauf geachtet werden, dass die Grannen nicht abgeknickt werden.  Weizen und Triticale sind hingegen relativ unkompliziert, jedoch muss man auf eine gute Mischung von kurzen und langen Ähren beim Büscheln achten. Den TeilnehmerInnen wurde auch erklärt, wie man das Getreide  stehend oder liegend bindet.

Es wurde auch gezeigt, wie das Gestell zum Binden vorbereitet werden muss. Dabei sind die Vorgehensweisen sehr unterschiedlich. Umwickeln die einen das Gestell mit Stroh, nehmen die anderen Zeitung oder Kreppband. Dann beginnt die eigentliche Kunst, die vorbereiteten Ährenbüschel am Gestell zu befestigen. Hier macht nur Übung den Meister waren sich alle einig.
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